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9.6.2026

BRSG II wirkt: Erstmals schließen sich zwei nicht-tarifgebundene Unternehmen einem Sozialpartnermodell an

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  • Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG agiert als erster Versorgungsträger für nicht-tarifgebundene Arbeitgeber mit insgesamt rund 700 Beschäftigten.
  • AWO care und PITTLER ProRegion Berufsausbildung eröffnen ihren Mitarbeitenden den Weg in die betriebliche Altersversorgung.
  • Nicht-tarifgebundene Mittelständler nutzen erstmals das Sozialpartnermodell.

Zum 1. Juli 2026 schließen sich erstmals zwei nicht-tarifgebundene Unternehmen mit ihren Beschäftigten einem bestehenden Sozialpartnermodell an. Die AWO care gGmbH nimmt den bestehenden Tarifvertrag zur AWO-Rente und die PITTLER ProRegion Berufsausbildung GmbH den Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) der Bodenverkehrsdienste (BVD) in den betrieblichen Bezug. Über 700 bisher unversorgte Beschäftigte erhalten damit erstmals Zugang zur bAV über die Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG (MSPF) als Versorgungsträger. 

Seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz II (Inkrafttreten des BRSG II: 22. Januar 2026) ist das Andocken nicht-tarifgebundener Arbeitgeber gesetzlich möglich und wird hier zum ersten Mal in die Praxis umgesetzt. Sozialpartner auf Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite sowie der MSPF haben die neuen Regelungen des § 24 BetrAVG gemeinsam erarbeitet und zügig in konkrete Lösungen überführt.

Mit dem Andocken beweisen die Beteiligten, dass das Modell nicht nur funktioniert, sondern skalierbar ist. Für bisher unter- und unversorgte Beschäftigte im Mittelstand bedeutet das einen realen Zugang zur bAV, der zuvor so kaum möglich war. 

„Dies ist ein starkes Signal für den Markt. Erstmals können zahlreiche nicht-tarifgebundene Unternehmen von einem rechtssicheren und strukturierten Zugang zu einer modernen Form der bAV profitieren. Dies war vorher in dieser Form nicht möglich“, betont Christian Pauly, Generalbevollmächtigter der Metzler Sozialpartner Pensionsfonds AG. „Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) profitieren von der Möglichkeit, die Alterssicherung ihrer Beschäftigten zu verbessern und damit zugleich eine größere Flächendeckung in der bAV zu erreichen“, begrüßt Dr. Judith Kerschbaumer, verantwortliche Vertreterin von ver.di im Sozialpartnerbeirat, die Aufnahme und fügt hinzu, dass damit auch die Tarifbindung gestärkt werde. 

Dominik Roth, Personalleiter der AWO BV Unterfranken, hat bereits Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit ver.di und Metzler. „Für die AWO ist diese Möglichkeit ein echter Aufbruchsmoment für die Mitarbeitenden unserer Tochtergesellschaft AWO care. Dies war die passende Möglichkeit, kurzfristig auch allen bisher unversorgten Mitarbeitenden der AWO care eine zukunftsfähige bAV zu ermöglichen. Dass dies so schnell funktioniert hat, zeigt, was machbar ist, wenn die beteiligten Sozialpartner ver.di und AWO erneut Innovationsgeist zeigen und gemeinsam praxisnahe Lösungen für die Mitarbeitenden bauen.“

Für viele Arbeitgeber bedeutet das BRSG II auch die erstmalige Chance auf eine bAV für die eigene Belegschaft, wenn die bisher bekannten bAV-Modelle für KMU an ihre Grenzen stoßen. „Als nicht-tarifgebundenes Unternehmen gewinnen wir mit der Möglichkeit des Andockens nicht nur eine erprobte Lösung für unsere Mitarbeitenden. Wir setzen damit auch auf ein bAV-Modell, das schnell nutzbar ist und sich sehr pragmatisch mit allen Beteiligten umsetzen lässt. Es war für uns beeindruckend zu sehen, was mit dem BRSG II, engagierten Sozialpartnern und einem innovativen Versorgungsträger für unsere Mitarbeitenden möglich wird“, erläutert Thomas Keil, Geschäftsführer der PITTLER ProRegion Berufsausbildung GmbH. 

Das Sozialpartnermodell hat als moderne bAV-Lösung einen weiteren wichtigen Schritt gemacht. Mit dem politischen Ziel einer flächendeckenden Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland hat der Gesetzgeber Anfang 2026 das BRSG II eingeführt. Mit den zentralen Neuerungen im § 24 BetrAVG ist das Ziel verknüpft, das Sozialpartnermodell schneller und einfacher im deutschen Mittelstand zu verbreiten. Gerade der Mittelstand ist aus verschiedenen Gründen stark nicht-tarifgebunden geprägt und beschäftigt viele bisher unversorgte Arbeitnehmer, die mit dem BRSG II die Chance auf bAV erhalten sollen.

Über Metzler Pension Management

Metzler Pension Management ist ein Bereich im Metzler Asset Management, einem der vier Geschäftsfelder des Frankfurter Bankhauses B. Metzler seel. Sohn & Co. AG, die mit über 350 Jahren älteste deutsche Privatbank im ununterbrochenen Familienbesitz. Seit mehr als 25 Jahren begleitet Metzler Pension Management Unternehmen bei der Umsetzung neuer Pensionspläne und hilft ihnen, notwendiges Kapital für ihre Pensionsverpflichtungen zu bilden und zu sichern. Metzler Pension Management liefert individuelle Lösungen für kapitalunterlegte Modelle in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sowie für Lebensarbeitszeitkonten und Gutschriftenpläne. Die reine Beitragszusage wird über den Metzler Sozialpartner Pensionsfonds umgesetzt. Über die überbetriebliche Treuhandlösung oder den Metzler Pensionsfonds sowie den Metzler Mittelstands-Pensionsfonds unterstützt Metzler Pension Management Unternehmen dabei, ihre Pensionszusagen langfristig zu finanzieren.

Über AWO care gGmbH

Die AWO care gGmbH mit Rechtssitz in Würzburg ist eine 100%-Tochtergesellschaft des AWO BV Unterfranken e.V. mit 650 Beschäftigten, aktiv im bayerischen Unterfranken in den gemeinnützigen Bereichen Altenhilfe, Krankenpflege, Inklusion, hauswirtschaftlichen Dienstleistungen sowie Verwaltungs- und Beratungsleistungen.

Über PITTLER ProRegion Berufsausbildung GmbH

Die PITTLER ProRegion Berufsausbildung GmbH in Langen steht seit ihrer Gründung im Jahr 1986 für qualitativ hochwertige Berufsausbildung und Weiterbildung. Ursprünglich hervorgegangen aus der PITTLER Maschinenfabrik, verbindet sie heute nur noch der Name mit dem renommierten Maschinenhersteller. Seit 1997 ist die Stadt Langen der Hauptträger, ergänzt durch die Stiftung ProRegion der FRAPORT AG seit 2006. Gemeinsam hat sie sich zu einem der größten und modernsten Ausbildungszentren im Rhein-Main-Gebiet entwickelt.

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